1.Etappe: Von Bayern nach Berlin

Heute geht es also los. Nachdem ich vorgestern und gestern jeweils bis spät in die Nacht die letzten Vorbereitungen getroffen habe, wozu natürlich auch gehört, Überweisungen zu tätigen, das Bad und die Schlafstube zu putzen, sowie lästigen Bürokram zu erledigen, damit das Heimkommen nach einer anstrengenden Radtour zum Vergnügen werden kann, weil ich nicht schon wieder hinlangen muss, um mich wohl zu fühlen.

Auch mein Fahrrad wurde noch mal einer

Rad am Start

Generalwäsche unterzogen, so dass es nun wieder von allen Seiten blitzt.

Das Aufwachen fällt mir ein wenig schwer nach sechs Stunden Schlaf, aber ein Blick aus dem Fenster bringt mich sofort auf Vordermann. Die Sonne geht schon auf, ein Schritt auf dem Balkon lässt auch angenehme Temperaturen erhoffen. Ich gieße noch schnell meine Pflanzen, achte, dass alles dabei ist und schwinge mich um Punkt 7:46 Uhr auf´s voll bepackte Rad.

Bayern trifft Preußen

Was heißt hier voll bepackt?! In den vergangenen Jahren am Ende der Tour ungleich fitter als mein Kompagnon Krischan, hatte ich doch doppelte Last an Gepäck mit dabei. Das Fahrrad war zum Teil mit bis zu 17 Kilogramm beladen, so dass ich es schon kaum mehr anheben konnte.

Aber der geneigte und treue Leser wird staunen: dieses Mal sind es 10,7 Kilogramm incl. der ersten Tagesration Essen für zwei Personen. Nach langem Hin- und Herüberlegen fliegt der Walkman incl. Ladekabel (111g) raus. Das langärmelige Funktionsshirt bleibt in der Packtasche. Ich meine, es könnte kühl werden am Abend an der Ostseeküste.

Erstes Ziel erreicht

Netto bleiben also (ohne Lebensmittel für den ersten Tag) noch 9,86 Kg, und wenn ich dann noch bedenke, dass ich ja Laptop plus Ladegerät dabei habe, um diesen Blog schreiben zu können, die mit exakt 2,2 Kg zu Buche stehen, dann bin ich beim zulässigen Krischan-Gesamtgewicht von unter 8 Kg angelangt. Das macht mich stolz.

Und gleich nach der Ankunft in Indersdorf bei meinem Freund ist das Reisegewicht nach der Begrüßung das erste Thema. Ich glaube, auch Christian ist stolz auf mich – oder hat er etwa Angst, dass ich ihm nun auf und davon fahre? Nein, denn er hat sich vor kurzem ein sehr leichtes und schnelles Tourenrad erstanden. Es ist also eher an mir, in diesem Jahr befürchten zu müssen, dass ich ihm hinterher keuche.

Wir halten uns nicht lange auf, laden die Räder den dunkelblauen Opel Combo und starten in Richtung Autobahn.

Wir kommen gut durch nach Berlin. Erst in der Stadt stehen wir im Stau und verlassen die Schnellstraße, kämpfen uns durch die Innenstadt.

Praktischer Fahrradtransport

In Hennigsdorf im Nordwesten der Stadt parken wir unser Auto und machen uns alsbald auf in Richtung Mecklenburg-Vorpommern. Obwohl die Zahl der Wolken während unserer Autofahrt immer mehr zunahm, bleibt es zwar bewölkt, aber kühle Temperaturen und die Sonne, die fast ständig durch die Wolken lugt, begleitet uns bis zum Ziel in Rheinsfeld.

Die herbe Schönheit des Ostens

Die Straßen sind flach, wenngleich sie zuweilen an den real existierenden horizontalen Plattenbau der ehemaligen DDR stark erinnern. Die Dörfer wirken zum Teil ziemlich herunter gekommen, zum Teil gepflegt, für Touristen aufgehübscht, indem die Fassaden in netten bunten Farben gestrichen sind.

Postsozialistischer Horizontalplattenbau

Für mich ist es schön, endlich die geliebten und ausgeprägten Waden meines Fahrradfreundes endlich wieder vor mir zu wissen. Immer wieder stelle ich erstaunt und erregt fest, dass sie einer gewissen Erotik nicht entbehren.

Wadenkampf

Viele Frauen finden das wohl eher nicht so, denn wir werden in unserem sportlichen Ehrgeiz faktisch während unserer sämtlichen Reisen, so auch heute, nicht von hysterischen Weibsbildern gestört.

Nach gut 72 Kilometern erreichen wir den touristischen Ort Rheinsfeld. Nicht lange danach haben wir ein kleines Hotel mit malerischem, fast südländisch anmutendem Innenhof gefunden. Der Preis: 80,- € für zwei inklusive Frühstück. Wir nehmen sofort an, zufrieden, nach dem Tag so schnell in die Entspannung gehen zu können.

Das kleine romantische Hotel mit wunderschönem geplastertem Innenhof in Rheinsberg

Es waren heute für mich gut 85 Km bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von knapp 21 Kmh.

P.S.: 1) Ich freue mich, dass du uns begleitest auf unserem Trip durch Deutschland und Polen. Du hast die Infos über den Blog erhalten. Wenn du jemanden kennst, der daran vielleicht auch Interesse haben könnte, so gib ihm doch den link www.radreisegeschichten.de weiter.

2) Ich bitte um Verständnis, wenn Blogeinträge nicht immer zeitnah erscheinen. Manchmal sind wir einfach zu müde am Abend nach einer anstrengenden Tour, manchmal gibt es keine Möglichkeit, die Texte und Bilder hoch zu laden, weil kein Internetanschluss vorhanden.

3) Auch bitte ich die möglicherweise schlechte Qualität der Rechtschreibung und Grammatik sowie der Bilder zu entschuldigen. Wenn die Texte mitten in der Nacht entstehen und kaum Zeit zum Korrigieren besteht, schleichen sich Fehler ein.

Die Bilder schieße ich mit einer Digicam, viele direkt während der Fahrt vom Fahrrad herunter. Sie sollen einfach einen kleinen Eindruck von Landschaft vermitteln, die wir durchkreuzen.

Fahrtimpressionen 1: Glaubensbeweise in Brandenburg

 

Fahrtimpressionen 2: eine der vielen tollen Alleen

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